Es lagen Erkenntnisse vor oder: Bla Blabla Bla

Glauben Sie, was Sie wollen. Es gibt immer jemanden, der von etwas nichts gewusst haben will, bis man das Gegenteil beweist — und selbst dann war  es im Zweifelsfall der Kerl (oder die Kerlin) im anderen Raum derselben Abteilung. Ja, der hat da wohl was bekommen, aber nicht ordnungsgemäß weitergegeben. Politiker und andere Entscheidungsträger sind Meister im Winden. (Jede Seitenwinderklapperschlange könnte sich da noch eine Scheibe abschneiden!) Und Weltmeister in der weitgehend unbekannten Sportart des Zurückruderns. (Wobei man sie nie hat hinrudern sehen. Zumindest wird darüber nichts bekannt.)

Manchmal kommt mir aber ein Verdacht. Möglicherweise hapert es mit der sprachlichen Genauigkeit, man kommt nicht auf den Punkt oder konfabuliert verklausuliert. Auch  in den Disziplinen Irreführung, Vertuschung, Beschönigung oder Dramatisierung (was da gerade besser in den Kram passt) ist man im politischen Lager weit führend. Kryptisch wie das Wachstumsbeschleunigungsgesetz, babilonisch wie die gesammelten Werke der deutschen Steuergesetzgebung.

Wieso komme ich gerade heute darauf? Nun, der ehemalige Truppenobermeister Jung von der CSU muss sich mal wieder wegen des Kundus-Desasters rechtfertigen. Und will mal wieder nichts gewusst haben. Unverbindliche BND-Informationen sollen schon kurz nach dem Angriff vorgelegen haben. Vielleicht waren die nicht verständlich genug? Etwa in Kisuaheli?

Nein, mitnichten! Uns liegen brisante Informationen vor. Aber urteilen Sie selbst:

Blaba Blablabla, bla bla blabla Blablablabla. (Bla bla bla bla bla: Bla bla blabla.)

Und weiter heißt es im Bericht (Obacht!):

Bla bla, blablablabla, bla. Blabla bla blablabla. Bla.

Autoritäten haben für diese Mitteilung die höchste Geheimhaltunsstufe vergeben. Sie ist wichtig, sie ist profund, und — um es zusammenfassend mit dem Autor zu sagen:

Bla bla, bla bla bla bla.

Es tut mir leid.

Anmerkung / Note:

Im englischen Original, das als grottenschlechte Kopie mit Fettflecken und Eselohren vorliegt, heißt es:

Bla bla blablablabla

Blaba blablabla, bla bla blabla blablablabla. (Bla bla bla bla bla: bla bla blabla.)

An der Grundaussage ändert sich nichts.

Und da will niemand etwas gewusst haben?

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Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
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