Brender muss gehen — oder: Ein KOCH reicht manchmal, um einen Brei zu verderben

Die ARD gilt schon länger als unbequem, leistet sich gerade in seinen dritten Programmen viele kritische Sendungen. Das ZDF hingegen hatte immer einen… ich will es mal so ausdrücken: konformeren Ruf. Eher das Programm der ruhigeren Gangart, wenig mutig, immer ein bisschen miefig-hausbacken und irgendwie brav-konservativ.

Irgenwann kam der Nikolaus. Nikolaus Brender, eben kein Speichellecker, sondern unbequem und kritisch. Plötzlich, so mein Einddruck, machte das Zweite einen Satz nach vorn und war eine Alternative, auch bei den Nachrichten.

Dieser da aus Hessen, der Ministerpräsident Roland Koch, der sich ja in der Vergangenheit immer mal etwas zu weit aus dem Fenster gelehnt und wenig überlegt geäussert hat, dieser Herr mochte den Nikolaus nicht. (Dafür bleibt in diesem Jahr hoffentlich auch sein Stiefelchen leer. Das des Ministerpräsidenten, nicht das des Nikolaus‘.) Sinkende Quoten seien es gewesen, die aus Sicht des Hessen, der sich glücklicherweise gegen ein Amt in Berlin entschieden hat, eine Verlängerung des Vertrages mit Brender unmöglichen machten.

Und er hat sich im mit Politikern (vor allem Konservativen) überfrachteten Verwaltungsrat des ZDF durchgesetzt: Des Chefredakteurs Vertrag wird nicht verlängert. (Schade, dass das umgekehrt nicht auch geht…)

Was für ein Anschlag auf die Freiheit des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, für den wir alle schließlich via GEZ Gebühren berappen. Bleibt zu hoffen, dass das letzte Wortt noch nicht gesprochen ist: Die Grünen erwägen, eine Normenkontrollklage beim Bundesverfassungsgericht einzureichen. Meinen Segen haben sie. Der Staat muss kritische Journalisten auch mal aushalten können. Und um es föderalistisch korrekt auszudrücken: Auch ein Ministerpräsident eines Bundeslandes muss das. Aber Roland ist offenbar in dieser Hinsicht nicht belastbar. Dann doch lieber mit Erfolg an anderen Stühlen sägen…

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Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
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Eine Antwort zu Brender muss gehen — oder: Ein KOCH reicht manchmal, um einen Brei zu verderben

  1. NixZen schreibt:

    Es sägt nich nur Koch an Bender, b.z.w. hat gesägt

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