Die Wahlen: Der Bock soll zum Gärtner werden…

„Bundesmerkel“ (so nennt mein siebenjähriger Sohn unsere Republik-Oberhirtin) will nun doch mit klarer Koalitionsaussage zugunsten der FDP in den Wahlsonntag gehen. Die kalte Progression will sie unter anderem senken und setzt natürlich wieder auf Wachstum. Dagegen ist ja soweit nichts einzuwenden — ohne Wachstum sinken auf lange Sicht die Arbeitsplätze.

Aber mit der FDP? Wir machen die Hüter des Neoliberalismus zu Funktionsträgern, die den Folgen eben dieser Politik entgegentreten sollen. Den Bock zum Gärtner machen? Nun gut. Die SPD kann froh sein, wenn sie über die 5-Prozent-Hürde kommt, und die Grünen sind im Prinzip unwählbar geworden. (Dazu auch dieses.)

Oder nicht zur Wahl gehen? Schlechte Idee, das. Ich gebe zu bedenken, dass die Parteien des rechten Spektrums ihre Wähler mobilisieren können. Wenn dann keiner außer denen zur Wahl geht, haben die schnell die prozentuale Hürde übersprungen. Und dann ist das Geschrei groß.

Warum nicht die Linken? Hört sich doch eigentlich ganz gut an, was die so in die Welt rufen. (Ich wurde bei der letzten Wahl in Hamburg vom Wahl-O-Mat total überrascht: Die größte Übereinstimmung bei meinen Forderungen gab es mit den Linken…) Trotzdem habe ich sie nicht gewählt, denn: Obschon der Politik ein paar neue Ansätze und unkonventionelle Ideen gut tun würden, bringt die Partei neben alten Zöpfen, die sich jenseits der ehemaligen Trennlinie schon nicht bewährt haben, vor allem nicht finanzierbare Vorstellungen mit.

Bleibt die Piratenpartei. Aber man stelle sich vor, die würden die Wahl gewinnen — der Name schreckt, oder? Aber bei den Grünen hat die Allgemmeinheit vor vielen Jahren ähnlich gedacht, und heute gehören sie längst zum Establishment.

[UPDATE 30.8.09: Habe vorhin beim Herumstromern im Netz diese Seite entdeckt. Ist keine wirkliche Hilfe bei der Entscheidungsfindung, aber Volkes Stimme, oft auf Stammtischniveau, offenbart sich hier recht deutlich.]

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Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
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3 Antworten zu Die Wahlen: Der Bock soll zum Gärtner werden…

  1. Johanna schreibt:

    Bei fast allen meinen Freunden und Bekannten, die den Wahl-o-mat gemacht haben, lag die Linke vorne. Bei mir auch. Meine Theorie dazu: Weil die Linke in ihrem Wahlprogramm einfach alles irgendwie verwurstet, haben sie automatisch die größte Schnittmenge. Das macht sie allerdings auch nicht unbedingt glaubwürdiger…

    • kunstgriff schreibt:

      Liebe Johanna, da magst du wohl Recht haben. Die heutigen Landtagswahlen zeigen aber, dass mit der Linken zu rechnen ist — Saarland: 21,3 %, Thüringen: 27,5%, Sachsen: 20,9%. Offenbar haben die den Nerv getroffen. Aber, wie du bereits erwähntest: Glaubwürdiger werden die dadurch auch nicht…

  2. monologe schreibt:

    Jedenfalls muss man dagegen wählen. Dagegen heißt: links oder rechts. Einfach, damit keine absoluten Mehrheiten entstehen können, der Bundesrat anders besetzt ist als die Regierung usw. Keinesfalls natürlich FDP, und wenn Merkel immer noch auf denen besteht, heißt das, sie ist einverstanden mit ihrem Bräutigam – und das ist gruselig. Die haben ganz bestimmt was vor, sagens nur nicht.

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