Michael Jackson – ein etwas anderer Nachruf

Es gibt Todesfälle, die erschüttern die Welt. Elvis Presley, John Lennon, Prinzessin Di, Michael Jackson.

In diesen Stunden redet jeder mehr oder weniger Prominente darüber, wann er ihn getroffen hat und welche Meilensteine er gesetzt hat — und jeder von uns erinnert sich, welche Lebensphasen er durchlebt hat, als BAD erschien oder THRILLER.

Wenn ich an Michael Jackson denke, fallen mir automatisch zwei Dinge ein: Elvis Presley und Einsamkeit. Wer sich ein bisschen mit dem Leben dieser zwei Stars – Elvis Presley und Michael Jackson, die wohl größten, bahnbrechensten und bedeutensten Musiker der neueren Zeit – auseinandergesetzt hat, kann ungefähr erahnen, wie sehr sie gelitten haben. Wenn man diesen Grad der Prominenz erreicht hat, braucht man eine kleine Stadt um sich herum, in die man sich einschließt, um überhaupt einmal zur Ruhe kommen zu können. Und gerade dieser Lebensstil ist wohl beiden zum Verhängnis geworden. Erstens ist er (auch für sehr vermögende Menschen) praktisch unbezahlbar und zweitens ist die Kälte, die aus der Einsamkeit resultiert, gar nicht in Worte zu fassen.

Musiker sind Künstler, die Input brauchen, die am Leben teilhaben müssen, die Menschen um sich herum brauchen, die sie musisch befruchten. Und so sank bei beiden die Qualität des Werkes von Jahr zu Jahr mit steigender Vereinsamung. Die sensationsgeile Presse, die den Kontakt zum Künstler verliert, generiert „Nachrichten“ die auf Gerüchten oder einfachen Lügen basieren, Parasiten überziehen den Künstler mit Geldforderungen oder Vorwürfen, aus denen dann Geldforderungen werden (siehe unten). Angesichts dessen zieht man sich noch mehr zurück und wird noch einsamer.

Für mich sind zwei Dinge wichtig. Erstens: Michael Jackson ist nicht tot. Schon allein deshalb, weil er durch seine Musik unsterblich bleiben wird. Zweitens: Er ist nicht gestorben, er wurde befreit von der Einsamkeit. Eigentlich sollte man froh sein, angesichts des Leids, das ihm nun erspart bleibt.

Ralf *trauert trotzdem

P.S.: Michael Jackson ist Kindesmissbrauch nie nachgewiesen worden, im Gegenteil, er wurde sogar freigesprochen, und wer eine solche Anschuldigung in die Welt setzt und dem angeblichen Täter erlaubt, sich mit Geld freizukaufen, ist in meinen Augen nicht glaubwürdig. Das in Einheit mit der Unschuldsvermutung, auf der unser Rechtssystem basiert, führt dazu, dass ich an seine Unschuld glaube.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter BemerkensWert, GutWogen, Hoffnungsschimmer, Tragödie veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s