BemerkensWert: Die Tagesnachlese vom 10.3.09

Ja, doch, der Wald bei meinen Schwiegereltern hat mich wieder ausgespuckt. (Und das macht er nicht immer, um hier mal den Grundstein für eine neue Spuk-Legende zu legen.) War heute außer dem Regen irgendetwas bemerkenswert?

Nicht wirklich, deshalb gleich zur Netz-Nachlese.

Ach nein, halt! Mein neues Theme environment wurde heute aus seiner versteckten Entwicklungsumgebung herausgerissen und dem Blog geBILDet übergestülpt. Eine Art Beta-Release, es muss sich nun bewähren. Zum Showroom nehmen Sie bitte diesen Weg.

Und sonst so? Der EuGH hat die geheime Verbotsliste für die Mitnahme in Flugzeugen für ungültig erklärt. Mit dem richtigen Argument: Nur wer die Bestimmungen nachlesen kann, kann sich danach richten. (Geheime Bestimmungen, an denen sich der Bürger orientieren soll — selten doof, eigentlich. So richtig doof. Hilft auch beim Packen der Tasche ganz ungemein.)
Aber gut, es ist ja vom Tisch. Wenn Sie mir hier und jetzt einen Kreis beschreiben sollten, wie würde Ihre Antwort ausfallen? „Ein Kreis ist ein rundes Dingsbums“ vielleicht? Oder kämen Sie vielleicht auf so etwas hier?

„Der Kreis ist vollkommen rund, sogar an den Ecken. Wenn der Kreis dagegen eine Spitze hat, ist es kein Kreis mehr, sondern ein Kegel. Die Spitze des Kreises wird Landrat genannt.“

Wenn Sie noch mehr über den Kreis wissen möchten, profunde Erkenntnisse wie diese:

„Hinsichtlich der Entstehung von Kreisen werden unterschiedliche Theorien vertreten. Der antike Philosoph Thales von Kamilet und seine Schüler etwa glaubten noch, es handele sich um einen krummen Strich, der sich selbst in den Schwanz beißt. Gestützt wurde diese Theorie insbesondere durch die empirische Beobachtung, dass sich Landstriche meist zu Landkreisen entwickelten.“

… dann empfehle ich Ihnen dies. Ich stolperte unerwartet darüber, war allein zuhause… — empfinden Sie das eigentlich auch als seltsam, wenn Sie ganz für sich sind, niemand weit und breit, und Sie kichern albern vor sich hin? So erging es mir bei der Lektüre. Erst recht, als ich der Verknüpfung „Strich“ im Text folgte . Und Sachen vorfand wie:

„Ein Strich ist eine Zusammenrottung von Punkten, von unendlich vielen Punkten, um genau zu sein. Ein Strich ist gerade, sonst heißt es Kurve. Anzutreffen sind Striche unter anderem in Rechnungen, durch die sie anscheinend oft hindurchgehen, und als Straßenbelag und Gehsteig.“

Lesen Sie’s doch selbst. Und sagen Sie hinterher nicht, ich hätte keine ausdrückliche Warnung ausgesprochen.

Der Basic Thinking Blog hat eine Liste der twitternden Pollitiker veröffentlicht … Verzeihung: Politiker soll das natürlich heißen — heute gehen offensichtlich die Pollen mit mir durch. Dem Thema „Tourismus in Zeiten der Krise“ widmet sich die Tagesschau — passend  dazu dieser Artikel: „Koffer packen für Internetsüchtige„.
Ach ja, die Versteigerung eines Ferrari-Schlüssels bei eBay — lungert auch schon länger in den Lesezeichen herum und sollte endlich mal an die Öffentlichkeit geschubst werden. Was man mit einem Ferrari-Schlüssel anfangen möchte, ist mir ziemlich unklar, was der gute Mann aber mit dem Geld aus der Versteigerung anzufangen gedenkt, beschreibt er so:

„Vielleicht gründe ich von dem Geld einen Verein zur Bekämpfung dämlicher Ehefrauen oder so…“

Hier geht es zum Artikel. Zum Twittern bin ich leider nicht gekommen, schon seit dem Wochenende im Wendländischen Forst nicht. Ich war wohl dort zu abstinent, die ISDN-Leitung dort führte mir wieder mal vor Agen, wie gut mensch es doch mit kabellosem DSL hat. Fundstücke aus dem Zwitscher-Folge-Umfeld kommen aber wieder rein. Mir fiel aber kürzlich erst auf, dass Genesis lange vor der Twitter-Ära ein Lied zum Microblog geschrieben haben: Follow Me, Follow You. Da sage mal einer, die wären ihrer Zeit nicht voraus gewesen. (Musikalisch waren sie es ja auch mal, damals, zu Zeiten von „A  Lamb Lies Down on Broadway„.)

Bei Ami tut sich nach krankheitsbedingter Abstinenz wieder etwas, sie meint, bemerkt zu haben, dass es „ein bisschen geflatter im bloggerstall“ geben würde, wenn sie nichts mehr schreibt, um dann hinzuzufügen:

„wahrscheinlich noch nicht mal das. dann gackert halt jemand anders an meiner statt.“

Ich jedenfalls bin froh, dass sie weiter schreibt, und sie hat irgendwo Recht: Nicht die Schlagzahl macht’s, sondern die entspannte Grundhaltung dem Bloggen gegenüber. Denn eines ist klar: Wer bei ihr oder hier oder sonstwo landet und liest und das gut findet, der tut eben genau das. Und wenn er wartet, so wie ich auf Ami gewartet habe, und es kommt mal für eine Zeit nichts, na! dann halt nicht, dann rutscht man eben später noch mal rum.  (Erkenntnisse wie diese sind es, die Amis Verbalergüsse lesenswert machen, gepaart mit einer äußerst lesenswerten Schreibe.)

Genug! Meine Frau braucht morgen noch Honig für ihr Frühstückstoast! Cindy von der „Blogwiese“ hat bei Twitter Großputz gemacht. Schlüssige Argumentation dafür, nicht mehr folgen zu wollen, weil’s einfach zuviel und unübersichtlich wird. Möglichkeiten, automatisiert zu folgen bzw. Followers einzusammeln, halte ich für den völlig falschen Ansatz: Wer, bitte schön, braucht 27.ooo Folgende? Ist das gut und wichtig und unabdingbar für’s Ego?

„Neue Fragmente eines Ungenannten“ — ein Phänomen, immer wieder passende Aphorismen zu aktuellen Geschehnissen parat zu haben — so geht es im Aphorismus #293 um Integrität und Ethik in der Wirtschaft. Die Diskussion habe ich schon vor etlichen Jahren mit meinem Freund Lars durchgekaut, der sich aus eben jenen Gründen, nämlich dem Fehlen solcher Inhalte und Werte in öknomischen Studiengängen, nach seinem Ausflug in die Welt der BWL wieder in unserem gemeinsamen Medizin-Studium eingefunden hat.

Und zum Schluss, aus gegebenem Anlass, noch dieses hier: Der Taxi-Blog war einige Zeit ohne neue Einträge, und nun schrieb Torsten gestern das hier:

„Um es kurz zu machen: Ich nehm mir grade meine Midlife-Crisis (naja, eher 3/4- bis 4/5-life-Crisis), dreißig verkackte Jahre müssen aufgearbeitet werden.

Zur Zeit schaffe ich leider nur zynische Scheiße oder Rumjammerei, egal ob mündlich oder schriftlich.

Das habt Ihr nicht verdient und dieses Blog auch nicht.

Deshalb wird es hier wohl die nächsten Tage (Wochen, Monate, Jahre) nichts von mir zu lesen geben.“

Ich verweise auf den Artikel von Ami, denke, dass nicht nur ich die Meldungen aus dem Ostwestfälisch-Lippischen vermissen werde, und wünsche für die Meisterung der Krise all die Kraft, die genau dafür nötig ist.

In diesem Sinne…

J.

Advertisements

Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
Dieser Beitrag wurde unter BemerkensWert, Fundstücke abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu BemerkensWert: Die Tagesnachlese vom 10.3.09

  1. amidelanuit schreibt:

    danke für die warmen worte!! ich hoffe, ich halte mich selber dran und bleibe bei meiner wellness-einstellung:)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s