Frauentag

Heute ist es wieder so weit. Internationaler Frauentag. Was bedeutet das in der Praxis?

Politiker reden über Frauen und Gleichstellung. Medien berichten über Frauen und Gleichstellung. Männer gratulieren Frauen zur Gleichstellung. Bis heute Abend. Dann ist der Spuk vorbei, BILD zeigt wieder Titten, Frauen kriegen immer noch weniger Lohn für die gleiche Arbeit, sie werden vergewaltigt, benachteiligt, im Kindesalter verheiratet und beschnitten.

Ich habe heute keiner Frau gratuliert und werde das auch nicht tun. Es gibt keinen Grund dafür, wie man oben lesen kann. Meinen Respekt drücke ich durch gelebte Gleichstellung aus. Frauen brauchen keine Alibitage, wie Mütter sie auch nicht brauchen. Was Frauen verdient (!) haben, ist Respekt.

Ein Beispiel unter Vielen: Meine zukünftige Frau bewundere ich. Für ihre Bildung, ihren Beruf, ihre zwei Studienabschlüsse, ihre neue Kanzlei, die Art das alles trotz Kind unter einen Hut zu bringen, ihre Herzlichkeit, Zärtlichkeit und ihre Fähigkeit, mir das Gefühl zu geben, ein Teil von ihr und ihrem Leben zu sein. Und für noch viel mehr. Nicht nur heute. Jeden Tag aufs Neue. Sie ist und bleibt das Schweizer Taschenmesser unter den Frauen. Ich wüsste nicht, warum ich ihr heute gratulieren sollte, aber nicht morgen oder übermorgen.

Ralf *könnte viele andere Beispiele bringen….

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Eine Antwort zu Frauentag

  1. wahnwogen schreibt:

    Recht hat er, der Frauenbeauftragte unserer Nachbarschaft. Seine Frau ist wirklich ein Schweizer Taschenmesser, meine Frau geht auch so in die Richtung: Germany’s ancient, recent and next topmodel, witzig, unterhaltsam, wissbegierig, fleißig, liebevoll — die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Nicht jeder hat sicherlich eine Frau an seiner Seite,´die er mit Attributen dieser Art überhäufen möchte und/oder könnte. Es mutet Ralf wie mir seltsam an, dass in einer Gesellschaft überhaupt Gleichsstellungsfragen ein Thema sind. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Frauen haben diese mehr als verdient, ganz klar. Aber dass wir im Grunde genommen immer noch in einem Patriarchat leben, ist eine beschämende Tatsache! Warum müssen wir überhaupt über Gleichstellung diskutieren? Tun wir das an anderer Stelle? Diskutieren wir, ob nach März der April kommt? Fragen wir uns, ob Wasser nass ist? Ob nach Dienstag Mittwoch kommt? Nein, werden Sie sagen, natürlich nicht, ist doch logisch. Sehen Sie, und genau dort sollten wir in Gleichberechtigungsfragen sein — ist doch logisch, zwischen Frauen und Männern gibt es zwar einen Unterschied, aber der ist rein phäno- und genotypischer Natur. In jedem anderen Bereich des Lebens dürfte die Frage garnicht erst aufkommen.
    In diesem Sinne
    J.

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