Pimp my class! — BemerkensWerte Nachlese vom 6.3.2009

Heute in der Berufsschule, deren Namen nicht  genannt werden darf, brach das Grauen aus. Ja, richtig gehört, das Grauen! Nein, Hogwarts ist nicht der Name der kleinen Einrichtung der Berufsbildung im Süden Schleswig-Holsteins. Wie fing das eigentlich an? Wann kam das Grauen?

Es schlich quasi heran, gebärdete sich zunächst noch harmlos („Gehe zu Tafel und male einen Smiley an!“), eine ganze Weile blieb es auf dem Niveau („Lege den Kopf auf den Tisch und schnarche hörbar!“, „Schaue gelangweilt durch die Klasse und stöhne laut“), und selbst diese Aktionen („Melde dich und frage, wie spät es ist.„, „Melde dich und frage, wann es Ferien gibt.„) erschienen im Umfeld eines Freitags noch recht normal. Zumindest nicht ungewöhnlicher als der gewöhnliche Wahnsinn. Als aber plötzlich jemand auf dem Tisch stand, ein anderer zum Mülleimer ging und ein Buch hineinwarf, als „Revolution“ und  „Blubb blubb sagt der Fisch“ gerufen und mit den Worten „Luftangriff“ unter den Tisch geglitten wurde, da zeigte das Grauen seine volle Pracht!

Sie können sich vielleicht ausmalen, warum ich im Angesicht solcher Verhaltensweisen etwas verwirrt und– na, sagen wir mal — sparsam in die Runde blickte. Nach Unterrichtsschluss gab es die Auflösung des rätselhaften Grauens: Der Kurs hatte einen 25-Punkte-Plan zur Auflockerung des Unterrichts generalstabsmäßig vorbereitet, jede und jeder kannte seine Aufgabe sehr genau und erfüllte sie mit großem Eifer.

„Pimp my class!“ schrieb ich zwischenzeitlich an das Weißbrett (englisch: Whiteboard). Nach einer Erhohlungsphase geht es mir jetzt aber wieder gut, der Wunsch nach psychologischer Betreuung ist einer gewissen Erleichterung gewichen. Nein, ich stelle keinen Antrag auf Frühberentung, auch ein drohender physisch-psychischer Erschöpfungszustand (ICD-Schlüssel Z73.0) konnte rechtzeitig abgewendet werden.

Ein paar Links habe ich trotzdem. Kennen Sie noch die „Golden Girls?“ Ich habe mal den Trailer hier hineingebastelt:

Und hier ein Remake der besonderen Art — jene, für die es gemacht wurde, war heute auch am Grauen beteiligt:

Und weil Freitags früher immer Kinotag war im Freundeskreis, und heute Freitag ist, gibt’s gleich noch einen obendrauf:

And now for something completely different: Es ist zwar schon ein Jährchen her, dass sich die Erkenntnis über den Zusammenhang von der Penislänge der Seepocke mit dem Seegang breit gemacht hat, aber ich stelle diesbezüglich noch immer eklatante Wissenlücken fest — lesen Sie das hier, dann sind Sie für jeden Smalltalk gerüstet.

Was uns deutsch macht, führt die SZ in Bildern vor Augen — wenn Sie den Eindruck haben, in einen Spiegel zu sehen, dann sind Sie aber so was von deutsch, nee, ich bitte Ihnen… St. Pauli hat gegen Rostock gewonnen (die haben zwar 2:0 am Millerntor geführt, aber am Ende zählt immer das Ergebnis).

Auf der „Blogwiese“ wurden MOO-Cards getestet (die einen edlen Eindruck machen), die „Neuen Fragmente eines Ungenannten“ zeigen im Aphorismus # 289 die „Ultimate Praying Championship“ (ein schönes Fundstück!), „der Eckiträumt Blogger-Altenheime (???) und der Duschvorhang, den ich bei „Stephan A. aus B.“ gefunden habe, ist tatsächlich recht begehrenswert — allerdings meinen Jungs schwer zu vermitteln.

Noch ein paar kurze Twitter-Einwürfe, wie üblich an dieser Stelle, irgendwo zwischen sinnfrei und weltbewegend. @ Mexi33330: „Däumchendrehrechtsherum Däumchendrehlinksherum ….. wart ….„, aber auch das warf er in die Runde: „Wochenendeeee *yeaaahhhhh …… und das bei dem Wetter 😦 *mal Gummistiefel rauskramt und Regennerz sucht … Gelb oder weiß ? *koppkratz“ (wobei *koppkratz* ganz großes Kino ist).

Aber nein, halt, ich sollte mich nicht im  geTWITTER verirren, sondern zum Abschluss mal etwas weniger Erbauliches zur allgemeinen Kenntnis bringen: „Polilog“ postet über eine Unterlassungsklage wegen Facebook-Message. Wenn ich das so lese, setze ich demnächst keinen Buchstaben mehr vor die virtuelle Haustür!

Bis es aber so weit kommt, übe ich am Wochenende schon mal die Enthaltsamkeit — bei meinen Schwiegereltern, tief im Wendländischen Gehölze verborgen, gibt es kein Breitband-Internet, kein W-Lan, keinenEmpfang für Mobiltelefone. (Früher ging’s doch auch  ohne, sagen Sie? Recht ham Se!) Dafür ist die Umgebung umso reizvoller (nämlich so, so und auch so). So. Schluss für heute.

In diesemm Sinne…

J.

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Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
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