Apropos Abwrackprämie…

Eine der wirklich unsinnigen Maßnahmen.

Möglich, dass es die Wirtschaft ankurbelt. So’n ansehnlicher Haufen Geld für ein altes Auto, bei den Neufahrzeugen gehen die Händler derzeit ohnehin so weit mit ihren Rabattschlachten, dass nur geschenkt  billiger wäre. Im Ergebnis: Ein tolles neues Auto, ein Geschenk für die Umwelt, und ein Schnäppchen obendrein. Da kann man ja glatt noch den ein oder anderen Extra-Kilometer fahren, wahlweise auch ausschließlich im Kreisel vor der Haustür — besonders jetzt, wo die Ölpreise selbst fast niedriger sind als das Barrel, in dem das Rohöl gehandelt wird.

Das könnte man wirklich so denken. Der Trugschluss: Während der Produktion eines Neufahrzeugs (logisch neu, ein Altfahrzeug zu produzieren ergäbe leinerlei Sinn!) müssen so viel Energie und wertvolle Ressourcen eingesetzt werden, dass ein Otto-Normal-Kfz das während seines begrenzten Autolebens nicht wieder hereinfahren kann. Ziehen wir nun über die Abwrackprämie ein funktionierendes Modell vom Markt und ein Neufahrzeug wird käuflich erworben — denn nur in so einem Fall gibt’s die Abwrackprämie! –, so stehen Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis. Aber allle fühlen sich wohl dabei. Klar, so ein neues Auto riecht besser, auch werden sich die nackten Zahlen wie Durchschnittsverbrauch oder CO2-Emission besser anhören, aber in Verbindung mit der Abwrackprämie ist und bleibt das eine Milchmädchenrechnung. (Immer auf die Milchmädchen, echt!) „Umweltprämie“ ist da echt die falsche Etikettierung.

Eine Frage habe ich noch, die unseren zurückgetretenen Wirtschaftsminister (Sie wissen schon, die Schlaftablette auf zwei Beinen, dieser bajuwarische Unterhaltungskünstler) betrifft:

Hat irgendjemand, die Bundesregierung vielleicht oder die Landesregierung des Freistaates Bayern unter der Führung von Horst Seehofer, für den Glos eine Abwrackprämie kassiert? Und ist der Neue, der Freiherr von Dingenskirchen (ein amerikanischer Schauspieler hat denselben Nachnamen, aber ich komme grad‘ nicht drauf), also hat der bei seiner Produktion mehr Ressourcen und Energie verbraucht, als er während seiner Betriebszeit wieder reinholen kann?

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Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
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