Finanzkrise: die Wahrheit bei den wahnwogen

geldsaeulen (c) kunstgriff/joerg klemme, hamburgWarum zum Geier wundern sich alle über das Debakel, dass sich derzeit um uns herum anspielt? Schlagen wir nach.

Die Rendite gibt das Verhältnis der Einzahlungen zu den Auszahlungen einer Geld- bzw. Kapitalanlage an und wird meist in Prozent und jährlich angegeben. Da sich die Rendite meist auf einen jährlichen Kapitalertrag bezieht, kann sie mit der Kennzahl Rentabilität, welche sich auf einen Unternehmenserfolg bezieht, nicht gleichgesetzt werden. Die bekannteste Renditekennzahl ist der Zinssatz. Der Begriff ist jedoch nicht scharf definiert, wodurch die Einordnung in einen bestimmten Markt kaum möglich ist. Es existieren verschiedene Arten von Renditen, wobei bei der Geld- oder Kapitalanlage immer ein mit der Rendite verbundenes Risiko beachtet werden muss.

[Wikipedia]

Mit dem Begriffe Rendite ist häufig etwas Positives verbunden: „Hohe Rendite“ möchte fast jeder Anleger mit seiner Anlage erzielen. Der Begriff Rendite steht für Begrifflichkeiten wie Rentabilität, Kapitalverzinsung oder Verzinsungssatz.

[fondsvermittlung24.de]

Klingt ja alles blande soweit, aber der Lack ist ab.

Rendite: Das Wort, das jahrelang die Schlagzeilen beherrscht hat, ist irgendwie nicht mehr ganz so positiv besetzt, um’s jetzt mal vorsichtig zu formulieren. Zumindest, wenn man mal das Deckkmäntelchen lupft und schaut, wie es unter der Renditehaube aussieht.

Letztlich ist es so: Rendite aus Anlagegeschäften ist verbunden mit Risiko. Risiko muss man nicht weiter verbinden. Risiko ist und bleibt Risiko. (Eines Risikos sollte man sich stets bewusst sein!) Und: Wer denkt, dass sich in jedem Geschäftsjahr die Renditeschraube beliebig nach oben schrauben lässt, der hat das halt nur gedacht. (Könnte man jetzt den alten Spruch: „Nicht denken, nachdenken“ ins Feld führen.) Woher sollen lineare Expansionen und Zuwächse auf einem begrenzten Markt herkommen? Das geht eine Zeit lang gut, aber dann müssen die Renditebrötchen auch mal kleiner ausfallen dürfen. (Und das durften sie meistens nicht.)

Die wahnwogenden sind — darauf sei ausdrücklich hingewiesen — keine Finanzexperten, aber, so eine sich deckende Fremd- und Selbsteinschätzung, Menschen mit gesundem Menschenverstand. Jener, zur rechten Zeit bemüht, kann recht hilfreich sein, sagt man.

Zu diesem Thema noch ein passender Einwurf: Unternehmen, die nicht auf Rendite fixiert agieren, wollen kostendeckend arbeiten, da und dort eine Rücklage bilden für schlechte Zeiten und oft auch mit ihren Mitarbeitern für die Zukunft gut aufgestellt sein. (Klingt nach guter kaufmännischer, mittelständischer Tradition, oder?)

Sobald aber Investoren das Ruder übernehmen, verschieben sich die Ziele. Wie oft schon hat man aus dem Mund von Betriebsräten gehört, die Gefahr stünde ante portas, ordentlich gemästet, ausgenommen und damm abserviert zu werden. Ein Unternehmen ist Spielball finanzieller Interessen. Rendite steht plötzlich im Vordergrund. Profitgier, nenne ich das.

Die Wurzel allen Übels ist also irgendwo die Fixierung auf die Rendite. Marktliberalismus ist solchen Tendenzen förderlich. In dieser Richtung weiterdenken wäre nicht falsch, bleibt zu vermuten.

Zum Schluss ein Satz von Rüdiger Hoffmann, welchen er über viele Dinge (wie feuchte Duschvorhänge) bereits gesagt hat, aber über die Rendite noch nicht:

„Kann man machen. Muss man aber nicht.“

In diesem Sinne… J.

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Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
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