Jay-Z – My President is Black (DC Mix) [Dirty/CDQ] « 2dopeboyz

Jay-Z – My President is Black (DC Mix) [Dirty/CDQ] « 2dopeboyz.

Gestern wurde wirklich Geschichte gemacht. Ich weiß noch genau, als in „24“ ein schwarzer Präsident auftrat. Damals dachte ich, dass ich das wohl nicht erleben werde. Nicht beim scheinbar übermächtigen Bible Belt im US-amerikanischen Süden. Dass die Idee, „in the land of the free“ einen farbigen Präsidenten zu sehen, nur eine von vielen unrealistischen Drehbuchautoren-Visionen bleiben würde. Und nun das hier.

Barack Obamas Inauguration. (Mein Foto-Blog hatte extra ein feines Röcklein an.)

www.klemmchen.de/wp/ hatte extra zur Inauguration ein spezielles Obama-Design.

Zur Feier des Tages hatte ich meinem Foto-Blog ein ganz spezielles Design verpasst.

Wir waren gestern unterwegs, und die Zeit wurde echt knapp bis zur Übertragung. Ich trieb meine Familie zur Eile an. Keinesfalls sollte die Vereidigung ohne mich stattfinden. Es waren eigentlich garnicht so sehr die Worte des 44. Präsidenten der USA, die mich zu Tränen rührten. Vielmehr waren es die Reaktionen der Menschen. Ihre Tränen, ihr Lachen, ihre Rührung drückten genau das aus, was vermutlich nicht nur ich, sondern auch sehr sehr viele andere Menschen dachten und denken: Nach vielen Jahren endlich mal jemand, der eine Aura hat, etwas Charismatisches, und dem entsprechend ein schier undendlicher Vertrauensvorschuss entgegenschwappt. Eine Woge der Sympathie.

Eigentlich zählt die Hautfarbe nicht. Black is as good as white. Aber in einem Land, dass bis vor nicht allzu langer Zeit offiziell die Rassentrennung hatte, in dem eine oft stille Mehrheit noch immer Unterschiede macht und die Rassentrennung im Stillen weiter verfolgt wird, ist das mehr als eine Sensation.

Die beiden Vorzeige-Farbigen in Bushs Kabinett, Condoleezza Rice und Colin Powell, bekleideten „nur“ das Amt des United States Secretary of State — die machen im Land nicht viel, die Außenwirkung war ziemlich gut, niemand musste sich des Vorbehaltes gegen eine Hautfarbe bezichtigen lassen — und den Durchschnittsamerikaner interessiert der Blick über den Tellerrand der US-Außengrenzen nur peripher.

Ich habe vor 25 Jahren dort gelebt, in Phoenix, Az., der Stadt, wo Obamas Herausforderer John McCain lebt. Ich habe dort alltäglichen Rassismus erlebt, naturgemäß vor allem gegenüber den Hispanics. Zugegeben, wir haben selbst genug Dreck Scheiß vor unserer Tür. Farbige Künstler und Fußballer, ja, OK, aber wenn sie im Trikot der Nationalmannschaft auflaufen, kann’s schon wieder problematisch werden.

Ich möchte mit sehr viel Freude und Zuversicht auf den Beitrag, den ich oben verlinkt habe, verweisen.

Jay-Z – My President is Black.

My president is black / in fact he’s half white / so even in a racist mind he’s half right.

Ist nicht ganz einfach zu entziffern, die Handschrift, aber es lohnt sich. Am Ende heißt es da:

i don’t want no more bush / no more war / no more iraq / mo more white lies / MY PRESIDENT IS BLACK

Wie sagte Obama selbst:

Dies ist die Bedeutung unserer Freiheit, weshalb ein Mann, dessen Vater vor weniger als 60 Jahren in einem örtlichen Restaurant möglicherweise nicht einmal bedient worden wäre, nun vor Ihnen stehen und diesen heiligen Eid ablegen kann.

Nutz die Chance, Barack Hussein. Zeig, dass die Wahlversprechen mehr sind als reine Lippenbekenntnisse. Auch für einen farbigen Präsidenten gilt: Wichtig ist auf’m Platz! Ich denke, er kann besser zuhören, besser integrieren als der Texaner. Es wird dadurch nicht unbedingt billiger oder mit weniger Arbeit vernunden sein. Obama wird die Bündnispartner mehr in die Pflicht nehmen, aber auf eine andere Art. Mit mehr Verständnis, und nicht mit drohenden, ausgrenzenden Slogans wie „Either you are with us, or you are with the terrorists.“ Und auch eine Spaltung Europas wird es hoffentlich nicht mehr geben. Die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt.

Zeig der Welt, dass die USA zu Recht als Wiege der Demokratie gelten. Go for it! Yes, you can…

Advertisements

Über kunstGRIFF

Vater, Ehemann, Hundemensch, Dozent, Fotograf & bekennender Castor-Gegner mit Hang zu allerlei, zur Gitarre zum Beispiel oder zur Hühnerherde oder zum eigenen Kompost. Mag Bücher und Eichhörnchen. Und Katzen, zumindest zeitweise. Und den FC St. Pauli, obwohl diese Beziehung in letzter Zeit einige Dellen aufweist. Wurde vor Jahren aus Hamburg ins wendländische Gemüse gezerrt und zur Landpomeranze gemacht, wandert aber demnächst aus dem Wendland wieder aus. Die Wassermühle in Tangsehl war einfach zu anmutig, um sie zu ignorieren.
Dieser Beitrag wurde unter Hoffnungsschimmer abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s